Der Rollenwechsel vom Kollegen zur Führungskraft ist einer der anspruchsvollsten Schritte im Berufsleben. Die fachliche Kompetenz ist da – doch plötzlich verändern sich Beziehungen, Erwartungen und die eigene Position im Team.
Wenn Nähe neu verhandelt werden muss
Gestern noch Teil des Teams, heute verantwortlich für Entscheidungen, Feedback und Leistung. Diese neue Rolle bringt Spannungsfelder mit sich:
- Loyalität vs. Führungsverantwortung
- Nähe vs. notwendige Distanz
- Anerkennung vs. Durchsetzungsfähigkeit
Viele junge Führungskräfte spüren hier innere Unsicherheit – oft unausgesprochen.
Autorität ohne Härte entwickeln
Autorität entsteht nicht durch Titel, sondern durch Haltung. Besonders herausfordernd ist es, Autorität aufzubauen, ohne die Beziehungsebene zu beschädigen.
Entscheidend sind:
- Klar kommunizierte Erwartungen
- Verlässlichkeit im Handeln
- Authentizität statt Rollenspiel
Führen lernen heißt, führen üben
Unsicherheiten gehören zum Prozess. Entscheidend ist, ob es Räume gibt, diese zu reflektieren.
Typische Fragen lauten:
- Wie gebe ich kritisches Feedback?
- Wie gehe ich mit Widerstand um?
- Wie spreche ich Konflikte an, ohne das Team zu spalten?
Hier braucht es praxisnahe Unterstützung, nicht standardisierte Trainings ohne Alltagsbezug.
Feedback zur eigenen Wirkung
Viele junge Führungskräfte wissen nicht, wie sie wirken. Ehrliches, konstruktives Feedback ist deshalb essenziell:
- Wie komme ich bei meinem Team an?
- Wo wirke ich klar – wo unsicher?
- Was stärkt meine Führungspersönlichkeit?
Gezielte Spiegelung ermöglicht Entwicklung.
Fehler zulassen – Lernen ermöglichen
Eine der größten Hürden: die Angst, Fehler zu machen. Wenn Fehler sanktioniert werden, entsteht Vermeidung statt Lernen.
Eine gesunde Führungskultur erlaubt:
- Entwicklung statt Perfektion
- Lernen durch Erfahrung
- Reflexion statt Schuldzuweisung
Was junge Führungskräfte nicht brauchen
- Vage Erwartungen
- Alleingelassenwerden bei schwierigen Entscheidungen
- Reine Theorie ohne Praxis
- Überladung mit Verantwortung ohne Priorisierung
- Einmaliges oder oberflächliches Feedback
Sicherheit gewinnen durch Begleitung
Ob durch HR, Coaching oder Sparring: Junge Führungskräfte profitieren enorm von verlässlicher Begleitung. Sie gewinnen Sicherheit, entwickeln Haltung und wachsen Schritt für Schritt in ihre Rolle hinein.
Fazit:
Der Weg vom Kollegen zur Führungskraft ist kein Selbstläufer. Mit Klarheit, Feedback und professioneller Begleitung wird er jedoch zu einer echten Entwicklungsreise – für die Führungskraft und für das Team.


